Schönburg

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Baubeginn der Burg war in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts, ob durch den Magdeburger Erzbischof oder als Reichsburg ist nicht gesichert. 1149 taucht sie in den Quellen auf als Lehen des Hermann von Stahleck, der seinen Rivalen um die Pfalzgrafschaft bei Rhein, Otto II. von Rheineck, auf dieser Burg ermorden ließ. Im 14. Jahrhundert kam die Burg an Kurtrier.

Die Ritter von Schonenberg als Verwaltungsbeamte (Reichsministeriale) kamen mit allen ihren wechselnden Lehnsherren (dem Erzbischof von Magdeburg, dem Kaiser und später dem Trierer Erzbischof) gut zurecht. Seite Mitte des 13. Jahrhunderts hatte sich dieser Familienstamm in verschiedene Linien verzweigt, die alle gleichzeitig auf der Burg lebten, da der Besitz im Laufe der Generationen durch Ganerbschaft überging. Spätestens im 14. Jahrhunderts war die Anlage zur Ganerbenburg mit 3 separaten Wohnbereichen und 3 Bergfrieden ausgebaut - eine Aufteilung, die auch in der heutigen Anlage trotz der starken Veränderungen noch gut erkennbar ist. In einer Namensliste von 1340 sind 95 Mitbesitzer der Burg aufgeführt. Allerdings wohnten lange nicht alle der Genannten auf der Burg. Den Abschluss des Ausbaus bildete der Hohe Mantel, eine Schildmauer aus der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts, mutmaßlich errichtet unter Balduin von Trier.

Wie die meisten Burgen im Oberen Mitterheintal wurde die Schönburg im Pfälzischen Erbfolgekrieg 1689 von den Franzosen zerstört. 1719 verstarb der letzte Schönburger; die Ruine fiel an Kurtrier zurück. Erst der Deutsch-Amerikaner T. I. Oakley Rhinelander begann nach dem Kauf der Burg in den Jahren 1885 bis 1901 mit einem teilweisen Wiederaufbau. Rhinelander stammte, wie es der Name schon andeutet, aus dem Rheinland, genauer gesagt, aus einer Gemeinde, die gegenüber der Stadt Oberwesel auf der Höhe lag. Seine Vorfahren waren Ende des 18. Jahrhunderts in die USA ausgewandert und hatten sich durch Immobiliengeschäfte an der Ostküste der Vereinigten Staaten ein Vermögen verdient. U.A. gehörte ihnen das Land, auf dem heute die Wall Street in New York liegt.

Rhinelander starb 1947. 1950 erwarb die Stadt Oberwesel von dem Erben die Burg. 1951 bis 1953 wurde der nördliche Teil als Jugendburg des Kolpingwerkes gebaut. Der Ausbau des südlichen Teiles zum Hotel seit 1957 durch die Pächterfamilie in mehreren Generationen veränderte diesen stark.

Web - Album von R. + R. Petereit
Schoenburg mit Blick auf Oberwesel
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Die mächtige Schildmauer (Hoher Mantel) mit Rundbogenfries ist in dieser Form einzigartig. Der Bau wird 1357 erstmals erwähnt. Die Mauer bricht dreimal im stumpfen Winkel und deckt somit den Großteil der Burg gegen die Angriffseite. Entlang dieser Mauer betritt man den Innenhof der Burganlage. An der Innenseite der Schildmauer befinden sich zwei Blendarkaden-Zonen mit Schießscharten.

Von diesem Innenhof gelangt man einerseits zum südlichen Wohnkomplex (südlicher Palas), umgebaut zum Hotel in einem architektonisch heterogenen Ensemble. Dabei erhielt der Bau neue Fensteröffnungen im gotischen Stil. Der rote Putz mit der Fugenmalerei entspricht historischen Befunden. Integriert ist ein Bau in Fachwerk und einer der Bergfriede, genannt Barbarossa-Turm, da Friedrich Barbarossa die Burg mehrmals besuchte. Die mit Gobelins und anderen Antiquitäten ausgestatteten Innenräume sind nur für Hotelgäste zugänglich. Öffentlich ist das Burgrestaurant mit Außenterrasse im Sommer und Rheinblick flussaufwärts nach Kaub und die Burg Gutenfels.

Andererseits führt der Weg vorbei an verschiedenen Nebengebäuden in Fachwerk durch einen mächtigen quadratischen Torturm hindurch zu dem zweiten Wohnkomplex im Norden mit eigenem Bergfried, der das Kolping-Jugendgästehaus beherbergt. Der kompakte Palas - 2 Trakte, die nicht zu besichtigen sind - ist im Kern das Wiederaufbauwerk von 1953 mit Erweiterungen 1962 sowie Umbauten in den 1970er und 1980er Jahren. Die Burgkapelle wurde 1983 im gotischen Stil restauriert.

Der dritte Bergfried ist nicht wieder aufgebaut worden.

Quelle Wikipedia