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Bad Salzig liegt an der
historischen Römerstraße, die entlang des Rheins von Mainz über
Koblenz nach Köln verlief. Auf einem römischen Stationsverzeichnis
von 215 taucht ein Ort Salissone auf, doch ist unklar, ob es
sich dabei wirklich um das heutige Bad Salzig handelt. 1859 wurden
zwei Meilensteine aus römischer Kaiserzeit (3. Jh.) aus dem Rhein
gezogen, die sich heute im Rheinischen Landesmuseum in Bonn
befinden.
Ein Ort namens Salzachu,
genannt in einer Schenkungsurkunde von König Konrad I. an das Stift
St. Ursula (Köln) (bestätigt von Hermann I., Erzbischof von Köln,
922) wird allgemein als erste urkundliche Erwähnung anerkannt.
In den nächsten Jahrhunderten
blieben die Orte um Boppard frei, ehe sie durch König Heinrich VII.
eingezogen wurden, der sie seinem Bruder, dem Erzbischof Balduin von
Trier, 1327 übergab. Ende des 15. Jahrhunderts kam es zu erfolglosen
Auflehnungen Salzigs gegen die Herrschaft des Kurfürstentums Trier.
Schaden durch Fremdherrschaft
erlitt Salzig während des 30-jährigen Krieges (1618-1648), beim
Einfall der Truppen Ludwigs XIV. in das Rheinland (1688/89) sowie in
napoleonischer Zeit (1794-1814).
Nach dem Wiener Kongress 1815
fällt die Geschichte von Salzig im Allgemeinen mit derjenigen der
preußischen Rheinprovinz zusammen. Im Besonderen ist als Markstein
für die Entwicklung des Ortes die Eröffnung des Kurbetriebes 1907
von Bedeutung. Die salzig-schwefelhaltigen Quellen waren zwar schon
seit dem 18. Jahrhundert bekannt, doch erst Hauptmann Theodor
Hoffmann, der das Gelände 1899 erworben hatte, gelang es, sie
aufzubohren. In 449 m Tiefe konnte nach mehreren Versuchen 28°C
warmes Thermalwasser gewonnen werden. Den Zusatz "Bad" trägt Salzig
aber erst seit 1925. Seit 2003 ist dem Initiator des Bades am
Eingang zum Kurpark ein Denkmal gesetzt. Aus 446 m Tiefe sprudelt
das Heilwasser der kohlensäurehaltigen, alkallisch-muratischen
Glaubersalzquelle. Das Heilwasser ist zugleich Mineralquelle, Therme
und Säuerling, nach der Begriffsbestimmung ein „Natrium-Chlorid-Hydrogencarbonat-Sulfat-Säuerling“.
Der Bau der Umgehungsstraße
Bundesstraße 9 im Jahre 1968 verbesserte die touristische Qualität
des Ortskerns durch Entlastung vom Durchgangsverkehr. Im gleichen
Jahr wurde Bad Salzig auch in die Rheinschifffahrt Köln-Düsseldorfer
eingebunden. 1975 wurde es Stadtteil von Boppard.
Die neogotische Pfarrkirche St.
Ägidius, erbaut 1901 unter Verwendung älterer Bausubstanz, geht auf
Vorläuferbauten zurück, die bis ins 10. Jahrhundert zurück datiert
werden können. Der Schutzpatron, Ägidius von St. Gilles ist als
Holzskulptur aus dem 14. Jahrhundert auf dem Hochaltar mit seinem
charakteristischen Attribut, der Hirschkuh, vertreten. Das rechte
der drei spätgotischen Glasfenster im Chor stellt ebenfalls den
Nothelfer mit dem Tier dar. Auch die beiden anderen Chorfenster
(links: Taufe Christi im Jordan, Mitte: Christus zwischen zwei
Engeln) stammen aus der gleichen Zeit.
Der Kurpark mit historischem Baumbestand und
Promenadenwegen, Kurhaus und Park-Hotel erstreckt sich weitläufig am
oberen Ortsrand; im Sommer finden Konzertveranstaltungen statt.
Der Weinbau an diesem Abschnitt
des Mittelrheins ist seit dem Mittelalter bekannt. Während die
bekannten Steillagen des Bopparder Hamms (80 % Riesling) Weine
erstklassiger Qualität hervorbringen, die regelmäßig prämiert
werden, hat sich der Weinbau rund um Salzig nach den Zerstörungen,
die die Einschleppung der Reblaus im 19. Jahrhundert mit sich
brachte, nicht mehr erholt. Ende des 18. Jahrhunderts hatte ein
Inventar des Kurfürstentums Trier über 400.000 Rebstöcke ausgezählt.
Ein Koblenzer Weinhandelshaus hatte sowohl Weiß- als auch Rotwein
aus Salzig im Angebot. Die Rebsorten sind nicht mehr
nachvollziehbar.
Umgestiegen wurde auf Obstanbau,
insbesondere Kirschen. In den Jahren 1948-1960 fand einmal jährlich
ein traditionelles Blütenfest mit Blütenkönigin und Umzügen statt.
Auch heute noch ist die Kirschblüte im Frühjahr rund um den Ort eine
touristische Attraktion. Auf den vom Kurbezirk ausgehenden
Wanderwegen durch die Kirschplantagen sind die verwitterten
Begrenzungsmauern der einstigen Rebhänge noch erkennbar.
Quelle Wikipdia, Stand
20.08.2008
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