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Nicht immer herrschte Einigkeit bei der Durchführung des Gottesdienstes und Schulunterrichtes in Weiler.

 

Kirche

Schule

 

Kirche                                

 

Weiler gehörte zu den Dörfern der Großpfarrei Boppard, die 991 dem St. Martinsstift in Worms übertragen wurde. Die Seelsorge übten die Stiftsherrn in Boppard aus. Im Jahre 1338 bestätigten Erzbischof Balduin von Trier und im Jahre 1386 sein Nachfolger Cuno dem Stiftskapitel das Anrecht auf die Einkünfte der Weilerer Kapelle.

 

Dieses Gotteshaus war in der ersten Hälfte des 13. Jahrhundert bereits vor 1338 in romanischem Stil erbaut worden. Das Hauptschiff wurde in gotischen Formen errichtet. Der Ausdruck "Man soll die Kirche im Dorf lassen" traf für Weiler nicht zu, denn dort befand sie sich außerhalb des Ortsrings.

 

Weiler und Salzig blieben lange Zeit Filialen der Mutterkirche Boppard. Den sonntäglich Gottesdienst verrichtete, wenn auch nicht regelmäßig, einer der Bopparder Stiftsherren oder ein von ihnen eingesetzter Leutpriester.

Spätestens von der Mitte des 15. Jahrhunderts ab betreute ein in Salzig wohnender Geistlicher beide Dörfer. So nennt sich der 1456 als Zeuge auftretende Karmeliter Nikolaus Becker "Pastor zu Salzig und Vilre".

 

Die Weilerer Kirche war schon früh mit bedeutenden Werken der Plastik ausgestattet. Die Petrusstatue stammt aus dem 13. oder 14., das frühgotische Kreuz aus dem 15. und die Statue der schmerzhaften Muttergottes aus dem Anfang des 16. Jahrhunderts. Am wertvollsten war eine sitzende Madonna in romanischem Stil, die leider im Jahre 1908 an das Trierer Diözesemuseum verkauft wurde.

 

Das Verhältnis der beiden bis dahin gleichberechtigten Kirchen änderte sich, als 1563 Salzig die Taufkapelle für beide Orte erhielt und einige Jahre später zur Pfarrei erhoben wurde, der Weiler zugeteilt wurde.

Die Weilerer wehrten sich von Anfang an dagegen, dass sie Filialisten von Salzig sein sollten. In ihren Eingaben an die bischöfliche Behörde nannten sie sich Mitpfarrei. Ja, sie behaupteten sogar, dass ihre Kirche, und nicht die Salziger die Mutterkirche sei.

 

In der ersten Zeit des Bestehens der Pfarrei wurde anscheinend der Sonntagsgottesdienst abwechselnd in Salzig und Weiler gehalten. Jeden Freitag hatte Weiler eine hl. Messe. Beide Orte begingen gesondert ihr Kirchenpatrozinium, Salzig am Ägidiustag und Weiler am Feste Petri Kettenfeier.

Weiler war sogar Wallfahrtsort; denn in seiner Kirche wurde eine Zahnreliquie der hl. Apollonia verehrt, deren Echtheit jedoch nicht beglaubigt ist.

Am 9. Februar kamen Prozessionen mit Geistlichen nach Weiler, nahmen am feierlichen Segensamt teil und küssten die Reliquie. Auf Kosten der Weilerer Kirche wurden an diesem Fest 10 Essen zu je 1/2 Reichstaler an 7 Geistliche und die beiden Sendschöffen und den Kirchenrechner von Weiler ausgegeben.

 

Nachdem die Einwohnerzahl von Salzig stärker als die von Weiler gestiegen war, wurde in Weiler nur an jedem 3. Sonntag eine hl. Messe gefeiert. An den Hauptfeiertagen mussten die Weilerer in Salzig den Gottesdienst besuchen. Die Weilerer fanden es empörend, dass der Erzbischof befohlen hatte, sie sollten zusammen mit Salzig das Kirchweihfest auf St. Ägidiustag feiern, und dass er das feierliche Segensamt am Feste Petri Kettenfeier verbot.

Auf ihre Beschwerde bestimmte das Generalvikariat am 24.3.1792: "An Petri Kettenfeier kann der Pfarrer von Salzig in Weiler eine Stillmesse lesen. Die bisherigen gesonderten Prozessionen an Christi Himmelfahrt und an Fronleichnam bleiben erhalten. Eine der drei Weihnachtsmessen muss in Weiler gehalten werden. Die Osterkommunion kann in Weiler empfangen werden, und zwar am Passionssonntag, am Ostermontag und am 2. Sonntag nach Ostern. Taufe und Ehe dürfen nur in der Pfarrkirche gespendet werden."

 

Die Verwaltung des Kirchenvermögens in Weiler blieb erhalten. Die beiden Sendschöffen und der Kirchenrechner in Verbindung mit dem Pfarrer legten alljährlich Rechnung ab. Weiler war zum Bau und zur Unterhaltung seiner Kirche verpflichtet und musste sich mit einem Drittel der Kosten an der Instandhaltung des Salziger Pfarrhauses beteiligen. Die Weiler Kirche hatte an Einnahmen 15 Pfd. Öl, 2 Pfd. Wachs und ein Drittel bzw. die Hälfte des Ertrags der Kirchenweinberge. Zur Besoldung des Pfarrers musste jeder Weilerer Haushalt 2 Viertel Weißwein = 15 Liter beitragen. Außerdem erhielt der Pfarrer 1 Malter Korn, 18 Bündel Heu und 35 Gulden Pacht von dem Kirchengut.

 

Es war ein schwerer Schlag für die Weilerer, als ihre Kirche aufgehoben wurde. Nach dem Sturm der französischen Herrschaft hielt sich der damalige Pfarrer Hoegg nicht mehr genau an die Vorschriften und verrichtete in der Weilerer Kirche Gottesdienst.

Für die Jahre 1819 bis 1826 ist sogar ein gemischter Kirchenchor in Weiler bezeugt, für dessen männliche Sänger von der Kirchenkasse jährlich 3 Taler und für die Chormädchen 1 Taler gestiftet waren.

Im Jahre1824 wurde der Gottesdienst in Weiler offiziell wieder eingerichtet. Zwei Jahre später beantragte Weiler einen Kaplan, und 1833 wollte es eine eigene Pfarrei werden. Beide Anträge wurden abgelehnt. Dagegen genehmigte die bischöfliche Behörde im Jahre 1844 dem Pfarrer von Salzig, dass er außer dem Hochamt eine Frühmesse an den Sonn- und Feiertagen lesen durfte.

Das kam Weiler zugute, wo von jetzt ab an jedem dritten Sonntag die Frühmesse gehalten wurde. Außerdem wurde an Weihnachten, am Apollonientag und am Feste Petri Kettenfeier in Weiler ein feierliches Hochamt gelesen.

Nachdem Weiler im Jahre 1871 sich ein neues Harmonium gekauft hatte, lebte auch der Kirchenchor wieder auf. Er wurde von dem jeweiligen Lehrer geleitet.

Nach dem 2. Weltkrieg übernahm Bürgermeister Karbach den Organisationsdienst und die Leitung des Kirchenchores.

Vom Jahre 1935 ab wurde der Pfarrer von Bad Salzig in seiner kirchlichen Arbeit durch einen Kaplan unterstützt. Das wirkte sich günstig für die Filiale Weiler aus.

 

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Schule                                              

 

Trotz mancher Aufforderungen der Landesherren war in der Pfarrei Salzig bis zum Jahre 1657 noch keine Schule eingerichtet worden. Der erste Salziger Lehrer wird im Jahre 1677 erwähnt. Von den Weilerer Kindern heißt es vier Jahre später: "Die Kinder von Weiler werden nach Salzig geschickt."

Im Jahre 1712 drängte Kurfürst Karl Joseph die Gemeinden ohne Pfarrkirche, nach Möglichkeit einen eigenen Schulmeister wenigstens für die Winterzeit anzustellen. Es könnte vielleicht ein lese- und schreibkundige Handwerksmann diesen Posten einnehmen, dem man neben einem kleinen Lohn die Kost geben solle, und zwar in der Weise, dass er von Haus zu Haus gehe.

In demselben Jahre wurde in Weiler eine solche Winterschule eingerichtet. Der erste Lehrer war Johann Ruppenreuter, der 1726 noch tätig war.

Über die Namen und Amtszeit der einzelnen Lehrer bis zum Jahre 1800, kann unvollständige Angaben gemacht werden. Bekannt ist das in Weiler von 1739 bis 1744 Johann Volk, 1761 Johann Christian Bach, von 1765 bis zu seinem Tod im Jahre 1770 Gotthard Landsknecht, von 1771 bis 1777 Philipp Nass, 1787/88 Jakob Ries und von 1795 ab Nikolaus Zimmer, tätig waren.

Bei dem kärglichen Gehalt, das diese Winterlehrer bezogen, waren sie gezwungen, besonders im Sommer anderen Beschäftigungen nachzugehen. Ihre Tätigkeiten in der Kirche zu Weiler als Küster, Glöckner und Organist warfen auch keine großen Einnahmen ab.

Es nimmt nicht wunder, dass in dem Bericht aus dem Jahre 1743 über die Zahlung des kurfürstlichen Schirmguldners die beiden Lehrer von Salzig und Weiler unter die Armen gerechnet wurden, die von der Zahlung befreit waren.

In dem Bericht des Dekans Kühn des Bopparder Kapitels aus dem Jahre 1788 heißt es über die Schule in Salzig und Weiler: "Salzig hat eine Trivialschule (Volksschule) und Weiler eine Winterschule, wäre aber nötig, das ganze Jahr durchzuhalten. Die Fähigkeiten der beiden Lehrer sind gut, die Sitten der Weilerer könnten besser sein."

Das Einkommen des Lehrers setzte sich damals aus dem Beitrag der Gemeinden, dem von den Eltern der Schulkinder aufzubringenden Schulgeld und den Einnahmen aus dem Kirchendienst zusammen.

 

In der Folgezeit werden folgende Lehrer in Weiler genannt: Zimmer (1815 - 1826), Langer (1826), Kunz (1832 - 1836), Jakobs (um 1850), Krämer (1861 - 1869), Braeder (1869), Dhein (1870 - 1885), Kläser (1886 - 1895), Joseph Bohm (1895 - 1903), Edmund Jachmich (1903 - 1907), Emmerich (1903/1904), Karl Boeder (1907 - 1922), Kusenbach (1923), Lehrerin Scheid (1923 - 1939), Franz Jung (1923), Kesselheim (1938 - 1945). Während des Krieges vertraten zeitweise die Salziger Lehrer Gail und Hipp. Nach dem Krieg unterrichteten die Lehrer Rheinbay (1946 - 1959) und ab 1950 Hermann Schulz.

 

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