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Die Schule in Weiler

Obschon in den Pfarrbüchern von Bad Salzig und der „Geschichte der Pfarrei“ von der Weilerer Schule der Rede ist, lässt sich doch die Gründung und das Alter der Schule nicht angeben.

Auch ist das Alter des früheren Schulhauses, des heutigen Backeshauses, nicht zu ermitteln (wahrscheinlich 18 Jahrh.) Außer der Schulstube hatte das Schulhaus noch 3 Zimmer und Küche als Dienstwohnung. Im Keller befand sich das Gemeindebackhaus, darüber befand sich die Lehrerwohnung und im 1. Stock die Schulstube. Als Eingang diente der „Backes“. Später, wurde an der Frontseite des Hauses eine Treppe angebracht (1843). Sie führte außen in die Höhe und war im Winter und bei Regentagen sehr gefährlich zu begehen. Morgens hatte die Lehrersfrau das Getrappel der Kinder in der über ihrer Wohnung gelegenen Schulstube zu ertragen. Den ganzen Tag und vor den Festen auch viele Nächte durch, ertrug die Lehrerfamilie den Krach, den Qualm und manchmal den Streit, der aus der Backstube hochdrang. Die Decke zwischen Backes und Lehrerschlafzimmer war nicht nur sehr dünn, sondern auch noch in einem schlechten Zustand. Als die Frau des Lehrers Kläser (Herr Kläser wurde 1886 hier Lehrer) einmal putzte, lief etwas Putzwasser durch den Schlafzimmerboden auf die „Beid“, so hieß der Backtisch. Es bug gerade ein Mann, mit dem sie sich anscheinend nicht gut verstanden, denn dieser behauptete, dass Frau Kläser böswillig das Wasser herab geschüttet hätte. Er soll darob zu einem Prozeß gekommen sein, den allerdings Frau Kläser gewonnen hätte.

 

Doch nun zur Schulstube. Als Tafel benutzte man die Stubentüre. Nach 1820 mußten die Kinder Scheitholz von zu Hause bringen, damit die Schule im Winter geheizt werden konnte. Später lieferte die Gemeinde das Holz. Seit 1840 wurde mit Steinkohlen geheizt. Zum Anzünden lieferte die Gemeinde noch 50 Schanzen.

Um 1825 war hier noch kein Schulzwang. Wenn viel Arbeit war, behielten die Leute ihre Kinder daheim. Einige besuchten die Schule nur während der Wintermonate.

Das Reinigen der Schulstube besorgten die größeren Schulmädchen. Seit 1875 wird das Feueranmachen und Reinigen der Schulstube vergeben. Je nach Nachfrage musste die Gemeinde dafür 30 bis 75 Mark pro Jahr zahlen, denn der Preis wurde gesteigert.

In der früheren Zeit wurde im Winter täglich 2 Stunden unterrichtet. Seit 1818 soll sich der Unterricht auf Sommer und Winter erstrecken. Nach und nach wurden aus 12 Unterrichtsstunden 26 bis 30.

Anfangs soll der Schulbesuch sehr unregelmäßig gewesen sein. Unterrichtsfächer waren Katechismus, Bibel, Lesen, Rechnen, Schreiben und Singen. Bibel und Fibel sorgten für Lesestoffe. Die Schiefertafeln waren noch ohne Rahmen.

Gegen 1870 war die Schulstube zu eng und die Kinderzahl zu groß geworden. Unter dem Vorsteher Michael Bach baute die Gemeinde deshalb ein neues Schulhaus, das 1873 fertig wurde. Der Lehrer Krämer unterrichtete im neuen Schulhaus erstmals am 4.11.1873. Die Ziegelsteine zu dem Bau wurden auf dem Kirchenflur gebrannt. Das neue Schulhaus kostete wegen eines Prozesses, der wegen des eingestürzten Giebels geführt wurde und den die Gemeinde verlor, 15.500 Goldmark. Dazu kamen noch 2.400 Mark Ausbesserungskosten. Diese Schule wurde 1959 abgerissen und auf ihr die heutige zweiklassige Volksschule Weiler errichtet.

Die ersten Lehrer, die hier waren, sind wohl wie damals üblich Handwerker gewesen. 1800 bestand das Einkommen des Weilerer Lehrers aus freier Wohnung, 8 Malter Korn, von jedem Schüler 1 Gulden und der Nutznießung von 2 Feldern, 2 Wiesen und einem Garten.

 

1824 wurde der Lehrer Franz Herold hier angestellt. Die für ihn aufgestellte Competenz lautete.

1.                  Freie Wohnung

2.                  Zuschuß von der Gemeinde                       30 Thaler

3.                  Schulgeld                                               25 Thaler

4.                  8 Malter Korn a 3 Thaler                           24 Thaler

5.                  Von jedem Bürger ¼ Wein (Most)              14 Thaler         15 Silbergroschen

6.                  Benutzung einer Wiese                              3 Thaler           5 Silbergroschen

7.                  Benutzung eines Ackers u. Gärtchens           1 Thaler                                  

                                     97 Thaler         20 Silbergroschen

Auf Herolds Beschwerden bei dem Landrat Wirz zu St. Goar wegen Nichtlieferung und zu geringer Taxe der Naturalien in bar, verfügte Landrat Wirz, dass dem Lehrer die Lieferung in natura laut Kompetenz übergeben werden müsse. Eine Ausnahme sei es mit dem Most, der sei in bar zu entrichten wenn kein Wein wachse.

 

1826 wurde Lehrer Langer von Urbar hierher versetzt. Sein Gehalt bestand aus

1. Freie Wohnung

2. Zuschuss der Gemeinde                                     30 Thaler

3. Schulgeld                                                         26 Thaler

4. 9 Malter Korn (natura)  a 3 Thaler 15 Silbergr.      31 Thaler    15 Sgr.

5. Benutzung eines Gemeindeackers                       1 Thaler                    

6. Benutzung eines Gärtchens und einer Wiese        3 Thaler    15 Sgr.   

7. 2 Klafter Holz und 100 Schanzen frei Haus            5 Thaler              

                                                                           97 Thaler   30 Sgr.

                                                                                            

1832 war Lehrer Kunz hier.

Im Jahre 1836 weigerte sich eine Anzahl Bürger die Naturalien zu liefern. Der Rückstand betrug 15 Simmer = 6 Zentner Korn. Es ist nicht nachzuprüfen, ob Lehrer Kunz trotz Beschwerden und Verfügungen zu seinem Recht gelangt ist. Jedenfalls wurde die Naturallieferung damals abgeschafft und ein neuer Vertrag zwischen dem Lehrer und der Gemeinde abgeschlossen. Lehrer Kunz erhielt alles zusammen 152 Thaler und 21 Silbergroschen pro Jahr.

1872 wurde das Gehalt auf 900 Mark nebst Wohnung und Brand festgesetzt.

1850 kam Lehrer Jakobs, ein Lehrersohn aus Boppard, hierhin.

1888 kam Lehrer Kläser nach Weiler. Er verdiente pro Jahr 1005 Mark. Weiler hatte damals 89 Schulkinder. Lehrer Kläser wirkte hier bis 1895.

Von ihm ist auch folgender Erntebericht aus 1894

„Vom Getreide lieferte die Winterhalmfrucht in Stroh und Körnern den besten Ertrag. Frühjahr und Vorsommer waren auch dieses Jahr wieder trocken, so dass Gerste und Hafer in der Entwicklung zurückblieben. Kirschen gab`s heuer eine kaum erlebte Unmasse. Viele wurden schließlich nicht mehr gepflückt, da der rauen Witterung wegen die Reife derselben sehr langsam voranschritt und anderes Obst wie Aprikosen etc. mit ihnen auf dem Markt erschienen und nach  ersteren keine Nachfrage mehr war. Sie kosteten in Salzig an der Kirschenwaage 10 bis schließlich 3 Pfg. das Pfund. Viele Kirschen wurden auf den Hunsrück gefahren, wo dieselben durchschnittlich zu 10 Pfennig das Pfund abgesetzt wurden. Steinobst war überhaupt reichlich vorhanden. Zwetschgen wurden zu 1 M. a Zentner verkauft. Kernobst lieferte eine Mittelernte. Birnen 1,20 – 2,20 Mark und Äpfel 2 M. bis 3,50 M. p. Zentner. Die Heuernte ist so gut und in Menge mit genügend zu bezeichnen. Grummet wurde meist grün gefüttert, weil es wegen der Dürre an Futter mangelte. Kartoffeln erlitten viel Einbuße durch die wegen der Nässe eingetretene Fäulnis. Der Winzer hatte 1/3 Herbst. Klein-Rießlingstöcke hingen ziemlich voll. Preis: 1 Viertel = 7-8 l kosteten 1,80 – 2,10 Mark = 10 bis 12 Pfennige das Pfund.

Am 1. Nov. 1895 trat Lehrer Bohn die Verwaltung der hiesigen Schule an. 1897 betrug die Schülerzahl noch 86, ein Jahr später besuchten nur noch 76 Kinder den Unterricht. Er blieb bis zum 29. Sept. 1903.

Am 19. Okt. 1903 unterrichtete in Weiler Lehrer Jachmich. Einen Monat später am 11. Nov. 1903 wurde Herr Pastor Nick von Salzig beerdigt. Lehrer Jachmich berichtete, dass am 9. Januar 1904 sämtliche Kinder von der Fleckertshöhe wegen Glatteis in der Schule fehlten. Zweimal berichtete er auch, es habe wegen großen Ofenrauchs den Unterricht geschlossen. 1905 unterzog er sich mit Erfolg der zweiten Lehrerprüfung.

1907 trat Lehrer Boeder die hiesige Halbtagsschule an. Er schreibt selbst:

„Bin geboren am 6.2.1884 zu Schillingen, Kreis Tier – Land, als Sohn des Försters Boeder. Acht Jahre besuchte ich die dortige Schule und fasste nach Entlassung den Entschluss Lehrer zu werden. Besuchte nach einer 2 ½ jährigen Vorbildung das Lehrerseminar zu Münstermaifeld von 1903 – 1906. Nach Erlangung des Reifezeugnisses, trat ich beim 8. Rh. Inf. REG. Nr. 70 ein. Am 1. April 1907 wurde ich einstweilig mit der Verwaltung der Schule zu Weiler betreut. Am 24. Okt. 1909 habe ich mich mit Erfolg der 2. Lehrerprüfung in Boppard unterzogen“.

Von 1923 bis 1939 war Fräulein Scheid aus Koblenz Lehrerin von Weiler. Sie ist noch bei den älteren Leuten in guter Erinnerung geblieben. Sie war sehr streng im Unterricht, aber auch hilfsbereit im Alltag gewesen. Viele Armen tat sie Gutes.

Von 1938 bis 1945 war Lehrer Kesselheim aus Boppard hier tätig. Da er Mitglied der NSDAP war, konnte er nach dem Kriege seinen Dienst in Weiler nicht mehr aufnehmen. Nach seiner Entnazifizierung wurde er Lehrer in Burgen / Mosel.

Ab 1946 übernahm Lehrer Alfons Rheinbay die Verwaltung der Lehrerstelle in Weiler. Da besonders im letzten Kriegsjahr wegen der Fliegergefahr der Unterricht nur unregelmäßig stattgefunden hatte, fand er sehr viel Arbeit vor. Er stammt aus Salzig, hatte in Weiler aber noch Verwandte.

Die Gemeinde ließ 1949 – 50 den Backes wieder herrichten und schaffte gleichzeitig im 1. Stock eine Lehrerwohnung, bestehend aus 2 Zimmern u. Küche. Da Lehrer Rheinbay unverheiratet war und bei seinen Eltern in Salzig lebte, verzichtete er auf diese Wohnung. Deshalb bewarb er sich um die Lehrerstelle in Hausbay. Anfang 1950 wurde er dorthin versetzt und die beiden Salziger Lehrer Gail und Hipp übernahmen die Vertretung. Lehrer Gail war während des Krieges schon mal ein ganzes Jahr Lehrer in Weiler.

Ab 15.5.1950 bin nun ich, Hermann Schulz, in Weiler tätig. Bis 1952 war ich alleinstehender Lehrer hier. Da die Schülerzahl größer wurde und zuletzt 72 Kinder zu unterrichten waren, wurde die Schule zweiklassig. Ostern 1952 kam Frl. Hildegard Hesch als 2. Lehrerin nach Weiler. Sie blieb bis Ostern 55 hier und wurde nach Salzig versetzt. Abgelöst wurde sie von Frl. Baltes, die bis 1957 hier blieb und dann in Boppard eine Lehrerstelle einnahm.

1958 war ich wieder alleinstehender Lehrer. In diesem Jahre wurde der Neubau der Schule beschlossen. Die ganzen Jahre über mussten wir Lehrerpersonen uns einen Schulsaal teilen. So hielt einer von 8:00 Uhr bis 12:45 Uhr Unterricht und der andere von 13:00 Uhr bis 17:00 Uhr. Wochenweise wechselten wir uns in der Zeit ab. Auf Antrag des Elternbeirates unter dem Vorsitz von Alfred Thiedau, wurde 1959 wieder eine zweite Lehrerperson bewilligt.

1960 kam Frl. Ludwig nach Weiler und blieb bis Ostern 1962. Vom Nachsommer 1959 bis Herbst 1960 fand der Unterricht im Saale der Gastwirtschaft Rheinbay statt. Die Gemeinde teilte zwar den Saal ab, aber es war doch eine wenig gute Lösung, da nun kein Schulhof mehr zur Verfügung stand und die Kinder während der Pause an den Wirtshaustischen sa0eJedenfalls konnten wir uns tagtäglich von dem Fortschritt des Schulneubaues überzeugen.

In der Rhein-Zeitung vom 12. Dez. 1959 erschien ein Bericht der von der planmäßigen und präzisen Fertigstellung des Neubaues berichtete.

Im Gemeindebuch von Weiler wird von der Gemeinderatsitzung vom 31.7.1959 folgender Bericht geschrieben:

Schulhausneubau und Finanzierung

Mit Schreiben vom 11.5.1959 wurde den Mitgliedern des Gemeinderates Angaben gemacht über die Höhe der Kosten des Schulhausneubaues und der Finanzierung, wie sie sich aus der Verfügung der Bezirksregierung in Koblenz vom 15.4.1959 – Az.202-21/10 ergibt. Die Gesamtkosten belaufen sich danach auf 257.100,-- DM. Die Finanzierung ist wie folgt vorgesehen:

Zuschuss des Landes                55.000 DM

Zuschuss des Kreises                  3.000 DM

Eigenmittel d. Gemeinde         199.100 DM

zusammen                            257.100 DM

In den Eigenmitteln der Gemeinde ist ein Darlehen von 50.000 DM enthalten, das bei der Kreissparkasse St. Goar aufzunehmen ist, sowie ein Wohnungsbaudarlehen von 26.000 DM. Der Gemeinderat nimmt von dem Finanzierungsplan zustimmend Kenntnis und erklärt sich damit einverstanden, dass die Eigenmittel entsprechend erhöht werden, falls das Wohnungsbaudarlehen nicht in der beantragten Höhe gegeben werden sollt.

In gleicher Sitzung behandelt der Gemeinderat die Frage, zur Deckung dieses Betrages einen Sonderhieb zu beantragen, der einen Reinerlös von 50.000 DM bringen soll. Das Regierungsforstamt genehmigte diesen Sonderhieb, wenn sich die Gemeinde verpflichtet, die Summe von 800 Festmeter in den nächsten zwei Jahren einzusparen. Von dieser Bedingung nimmt der Gemeinderat miz großer Sorge Kenntnis.

In gleicher Sitzung erteilt der Gemeinderat den Bauauftrag an den Herrn Architekten Pilz aus Boppard.

Dieser stellt für den Schulhausneubau folgendes Honorar in Rechnung

für die Oberleitung                   5,5 %

für die Bauleitung                    1,5 %

somit an Gebühren insges.      7,0 % der Bausumme.

Nebenkosten, wie Vervielfältigung, Benutzung des Kraftwagens zur Baustelle werden nicht besonders berechnet, wie Architekt Pilz auch auf die Vergütung für die statische Berechnung, die etwa 300 bis 700 DM betragen würde, verzichtet.

Baurat Zoller hält dieses Angebot für sehr günstig, weil es wesentlich unter den tatsächlichen Architektengebührensätzen liegt.

Der Gemeinderat beschließt einstimmig, dem Architekt Heinrich Pilz den Auftrag zur Durchführung des Schulhausneubaues unter den vorstehenden Bedingungen zu erteilen.

 

22.9.1959

In dieser Gemeinderatsitzung werden die Arbeiten am Schulhausneubau vergeben.

1.                  Erdmauererarbeiten einschließlich Kanal- und Putzarbeiten

                    Außen Putzarbeiten an Firma Andres, Boppard (Putzarbeiten führt Firma Kahl, Bad Salzig)

                    Andres übernimmt dafür den Abriss der alten Schule und die Abfuhr des

            Bauschuttes für                                                      96.000,00 DM

2.         Putzarbeiten Firma Kalh, Bad Salzig                        17.498,00 DM

3.         Zimmerarbeiten Firma Prunzel, Bad Salzig                  6.149,65 DM

4.         Dachdeckerarbeiten Firma Bach, Bad Salzig               7.019,60 DM

5.         Klempnerarbeiten Firma Weinand, Bad Salzig             1.442,35 DM

Durch die langanhaltende Trockenheit standen in Weiler die beim Schulhausneubau gebrauchten Wassermengen nicht zur Verfügung. Um in den Arbeiten keine Unterbrechungen eintreten zu lassen, musste Wasser von Boppard angefahren werden. Der Vorsitzende Herr Karbach, hat mit dem Bauunternehmer Wille Andres in Boppard vereinbart, dass die dadurch entstehenden Kosten zur Hälfte von ihm übernommen werden. Der Gemeinderat stimmte dieser Regelung zu.

Vergebung weiterer Arbeiten am Schulhausneubau:

6.                  Schreinerarbeiten Firma Waldforst, Weiler                 17.744,25 DM

7.                  Schlosserarbeiten Firma Schweikert, Bad Salzig            1.142,50 DM

8.                  Elektroarbeiten Firma Bock, Bad Salzig                        3.600,00 DM

9.                  Be- und Entwässerung Firma Weinand, Bad Salzig        4.100,00 DM

10.                Kunststeinarbeiten Firma Gras, Bad Salzig                    3.750,00 DM

11.                Fliesenarbeiten Firma Jösch, Koblenz                            5.274,70 DM

12.                Malerarbeiten Firma Zorn, Weiler                                   4.983,81 DM

13.              Schallschluckdecker Fa. Grünzweig+Hartmann Ffm        5.370,80 DM

In gleicher Sitzung beschließt der Gemeinderat die Beschaffung neuer Möbel für die Schule und setzt dafür einen Betrag von 7.500 DM an. Als Möbel kommen Tische und Stühle in Betracht.

In der Sitzung vom 25.1.1960 unterrichtet Stadtbaurat Zoller den Gemeinderat über die Kostenanschläge der Firma Richter für die Schulheizung. Die Kosten stellen sich auf etwa

13.910,00 DM                        Schulsäle

  4.696,00 DM                        Lehrerwohnung

  2.038,00 DM                        Lehrerinnenwohnung

20.644,00 DM

Vergabe weiterer Arbeiten am Schulhausneubau

            Fußböden        Firma Marlei-Flex                               4.800,00 DM

            Vorhänge         Firma Marlei-Flex, Koblenz                 1.200,00 DM

Der in Boppard-Buchenau wohnende freischaffende Künstler hat ein Sgraffito geschaffen. Der Entwurf wird dem Gemeinderat vorgelegt. Dieser Wandschmuck, der das Schulhaus ziert, entwarf und fertigte dieser Künstler Tschirpke für 1.000,-- DM das Sgraffito

Ebenso gestaltete er den Vorraum der Schule.

15.9.1960 wurde unsere Schule eingeweiht. Bei der Einweihungsfeier weilten Vertreter der Bezirksregierung Koblenz, Herr Schulrat Zensen, Herr Landrat Weiler, Herr Amtsbürgermeister Stollenwerk, Herr Bürgermeister Karbach mit dem Gemeinderat, Herr Architekt Pilz, die Handwerker mit ihren Meistern, die Bevölkerung von Weiler und die Lehrpersonen mit den Schulkindern.

Nach dem Dankgottesdienst segnete Hochwürden, Herr Pastor Lüssem, den Neubau. Der Vertreter der Bezirksregierung und der Schulrat hielten eine Ansprache über die große Bedeutung und Aufgabe der Schule. Dann übergab der Architekt unserem Bürgermeister die Schlüssel des Neubaues. Dieser überreichte sie mir mit der Mahnung, den Kindern ein rechter Lehrer zu sein und das Geschaffene in Ordnung zu halten. Ich aber bedankte mich bei allen, die geholfen haben, das Werk in Gang zu bringen und zu vollenden. Besonderen Dank möchte ich noch dem Gemeinderatsmitglied Alfred Thiedau abstatten, der sich unermüdlich für den neue Schule eingesetzt hat.

Foto 1. Bis 8. Schuljahr vor dem Kriegerdenkmal

1. bis 8. Schuljahr vor dem Kriegerdenkmal

Hintere Reihe links:

Peter Schmidt, Georg Krambrich, Günther Graß, Rudolf Mayer, Manfred Thiedau, Dieter Schmidt, Theo Bach, Manfred Ersch, Manfred Thiebach, Hans-Bruno Spichal, Hans-Georg Kremp, Anita Klos

Reihe davor:

Brigitte Minning, Bärbel Fischbach, Gerti Gras, Elke Schulz, Ursula Graß, Elke Schulz, Ursula Graß, Susanne Thum, Mathilde Beck, Renate Börsch, Marlies Breitbach, Ursula Klockner, Gisela Krautkrämer, Beate Bach, Hildegund Küppers

Reihe davor:

Anette Spichal, Mechthild Kasper, Resi Bach, Marlies Bender, Resi Bender, Resi Küppers, Ria Retz, Helma Steeenhuis, Irmgard Bach, Jutta Dorweiler, Marion Graß, Hiltrud Bach, Marlene Krambrich, Elsbeth Kremp, Hiltrud Klockner

Vordere Reihe:

Hiltrud Bender, Manfred Kunz, Erich Bröder, Michael Schulz, Gundolf Mayer, Rudolf Vickus, Friedhelm Mehren, Hans Dieter Maßarski, Peter Klockner, Hansi Adler, Peter Waldforst, Edmund Küppers, Reinhold Petereit, Erika Thiedau

Ganz rechts:

Lehrer Hermann Schulz mit Tochter Elisabeth Schulz (Keine Schülerin da Jahrgang später)

Eine  kleine Episode noch nebenbei:

Im Arbeitszimmer der Lehrerdienstwohnung waren 3 Fenster vorgesehen. Als ich dagegen Einwendungen erhob, genehmigte Herr Architekt Pilz zwar das große Blumenfenster, den Bau des Balkons vor der Küche musste er jedoch ablehnen, da „ein Mitglied des Gemeinderates“ bei ihm angerufen hätte, was ich bei dem Architekten wollte, ich würde nur den Schulhausneubau verteuern. Demnach haben sich nicht alle so eingesetzt wie Herr Thiedau.

Nachdem die Kinder bei der Einweihungsfeier noch einige Gedichte und Lieder vorgetragen hatten, war der offizielle Teil beendet und die Gemeinde lud alle Teilnehmer zu einem Umtrunk und einem Imbiß in den neuen Schulsaal. Bei einem guten Bopparder Hamm und kräftigen Bissen war die Feier in den Nachmittagsstunden beendet.

Ostern 1963 wurde Frl. Schmidt aus Boppard 2. Lehrerin von Weiler. Nach den großen Ferien übernahm sie eine Lehrerinnenstelle an der neuen Schule in Spay. Dafür kam ein anderes Bopparder Mädchen, Frl. Jutta Ternus, nach Weiler und übernahm den Dienst beim 1. – 4. Schuljahr.

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