|
1.)
Weiler du mein
liebes Dörfchen
mir lieber als die
schönste Stadt;
das man einst auf
Felsengrunde
auf diesem Berge hier
erbauet hat.
Um das Dorf war eine
Mauer
zum Schutz vor Feind
und Räuberschar.
Drinnen lebten froh
und wohlgeborgen
das Kind, sowie der
Greis im Silberhaar.
In den mehr als
tausend Jahren
sah es viel Freud und
viel Schmerz.
Auf dem Friedhof um
das alte Kirchlein
ruht manches edle,
treue Ahnenherz.
Unterm Dorf, bericht
die Chronik,
vor alter Zeit die
Kleeburg stand.
Diese war den edlen
Herrn von Willre'
wie man in alt
vergilbten Blättern fand.
|
 |
2.)
Auf der Ziehley
kniet
die Nonne
viel hundert Jahr in
stiller Ruh.
Schaut hinunter nach
dem Rheine,
schickt ihr Gebet dem
Himmel zu.
Ach, die Nonne ist
verschwunden,
das hat der Feind uns
angetan.
Bomben haben sie
zerschmettert,
wir stehn am Felsen,
schaun uns traurig an.
Drunten klapperte die
Mühle,
wo Amsel, Fink und
Drossel geigt.
Der Besitzer zog ins
Dörfchen,
seitdem das
altvertraute Klappern schweigt.
Weiler mein geliebtes
Dörfchen,
Gott segne dich in
Ewigkeit.
Das Urenkel sich noch
in dir freuen
und schaffen, wie wir
jetzt in unsrer Zeit.
|