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Dort wo der Mittelrhein sich zum Nadelöhr verengt, befindet
sich der mächtige Schieferfelsen "Die Loreley", der in einer Höhe
von 132 m senkrecht aus dem Rhein steigt und diesen in seiner natürlichen
Breite auf ein Viertel zusammendrängt (Mainz 580 m, Aßmannshausen 250 m, Loreley
110m, Bonn 380 m, Köln 520 m) Noch heute wird dieser Stromenge, von der
Schiffsbesatzung der täglich passierenden Transport- und Ausflugsschiffe, eine
besondere Aufmerksamkeit entgegengebracht. Für die Schiffer, die damals ihre Boote und
Flöße ohne Maschinenkraft auf dem Strom fortbewegen mussten, war der Felsen stets ein
Schrecken gewesen. Davon zeugen die vielen Sagen, die sich mit der Schönen
Namens Lore Lay aus Bacharach befassen. Nach der Ballade des Dichters Clemens
Brentano wurde diese von ihrem Geliebten betrogen und sie will sterben.
Daraufhin schickte der Bischof die Schönheit, die alle Männer faszinierte, in
das Kloster. Die Reise dorthin wurde jedoch vom dem steilen, aus dem Rhein
herausragenden Felsen unterbrochen. Von diesem will sie nochmals zu ihrem
Geliebten nach Bacharach zurückblicken. Als sie jedoch auf den Strom des Rheines
blickte, glaubte sie ihren Geliebten davonfahren zu sehen und stürzte sich in
die Fluten. Nachdem der deutsche Dichter Heinrich Heine im Jahre 1823 sich
dieser Ballade angenommen hatte und über den Sinn seiner Traurigkeit nachdachte,
schrieb er mit den Worten "Ich weiß nicht was soll es bedeuten" die rührende
Version von der schönen Jungfrau nieder, die all abends im Dämmerlicht auf dem
Felsen saß und ihr goldenes Haar kämmte. Dabei soll sie als Nixe mit einer so
gewaltigen Melodie gesungen und mit ihren weiblichen Reizen so verlockt haben,
das die Schiffer vergaßen auf den schäumenden Strom des Rheins zu achten und
auf die Loreley blickend, verzaubert am Riff zerschellten. Friedrich Silcher
vertonte einige Jahre später, diese Ballade und es begann ein wahrer Siegeszug,
der das Lied von der Loreley zum bekanntesten aller Rheinlieder machte.
Heute suchen alljährlich hunderttausend Touristen mit
ihren Ferngläsern und Kameras nach der sagenumwobenen Nixe, hoch oben auf dem
Felsen. Und bis heute ist von einem derartigen Pfund nichts bekannt geworden.
Dennoch dürfte Romantik und die Herrlichkeit des Rheintals für manchen
Touristen ein unvergessenes Erlebnis bleiben. Und vielleicht haben gerade durch
ihren Besuch jene Gäste unseres Rheintals eine Antwort, auf das immer wieder mit
holländischen, englischen, schwedischen oder amerikanischen Akzent gesungene
oder auf japanisch mitgesummte Lied, gefunden: "Warum ist es am Rhein so
schön?" Um das Rheintal mit seinem wechselhaften Stromfluss - einmal Wassernormalstand,
einmal Hochwasser, einmal Niedrigwasser - aus den Höhen zu
betrachten und weit reichende Blicke in das "Tal der Loreley" genießen zu können,
führt auf das Plateau der Loreley ein vom Tal neu angelegter Treppensteig.
Dieser ist Teil des rechtsrheinischen, über 320 km langen Rheinsteiges, der dem
Wanderer von Wiesbaden bis Bonn im wechselhaften Verlauf, teils überaus schmalen
Wege, bergauf und bergab durch Wälder und Weinberge führte. Auf dem Plateau der Loreley befindet sich das neu angelegtes
Besucherzentrum, das mit viel Information und einer großen Ausstellung rund um
das Obere Mittelrheintal und dessen näherer Umgebung, dem Besucher die
Attraktivitäten bietet, die den Reiz dieser Mittelrheinlandschaft ausmachen.
Eine Freilichtbühne mit einer Fassungsvermögen für 15.000 Besucher, an der
alljährlich große Konzerte und Festivals stattfinden; und ein Hotel für
Übernachtungen und einer ausgiebigen Speisekarte laden zum Besuch dieses
Höhenfelsens und seine Umgebung ein.
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