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Der
Begriff Mittelrhein bezeichnet zum einen das Mittelrheintal als
geographischen Streckenabschnitt des Rheins zwischen Bingen / Rüdesheim
am Rhein (Beginn des Rheindurchbruchstals) und Bonn, zum anderen das
dort gelegene deutsche Weinbaugebiet.
Seit Juni 2002 wurde das Mittelrheinland zwischen
Bingen / Rüdesheim und Koblenz von der UNESCO zum Weltkulturerbe
anerkannt und als die
einzige Kulturlandschaft der Bundesrepublik Deutschland in die
Liste der Welterbestätten aufgenommen. Ein Grund der hierfür
ausschlaggebend war ist die einzigartige Umgestaltung des Tales durch
Menschenhand, die über Jahrhunderte in dieser Region vollzogen wurde.
Heute noch werden von den über 2.000 ha
Weinbergterrassen in den Steilhängen des Rheintales noch mehr als ein
viertel bewirtschaftet. Viele Burgen und Schlösser zeigen sich in
dieser Region in einer Dichte wie nirgendwo sonst auf dieser Welt.
Der über 65 km lange Rheinabschnitt, in
dem sich der Strom durch das "Rheinische Schiefergebirge" von Bingen und
Rüdesheim bis nach Koblenz zu Festung Ehrenbreitstein seinen Weg gebahnt
hat, verfügt über 29 Burgen und Ruinen. Dies ist weltweit der einzige
Raum über eine solche Strecke an Burgen und Schlössern verfügt.
Teilweise sind diese noch im Original erhalten oder wurden sorgsam
wieder aufgebaut, restauriert und dem Ursprung angepasst.
Heinrich von Kleist spricht das aus, was jährlich viele Besucher
des Rheintales genießen können:
"Das ist eine Gegend wie ein Dichtertraum, und
die üppigste Fantasie kann nichts Schöneres erdenken als dieses Tal,
das sich bald öffnet, bald schließt, bald blüht, bald öde ist, bald
lacht, bald erschreckt."
Nicht nur Dichter und Denker, sondern auch Sänger aus
nah und fern bedachten das Rheintal mit Lobeshymnen. Kaum wurde eine
Landschaft so besungen wie die hiesige. Und kaum ein Lied ist
weltbekannter wie das von Heinrich Heine geschaffene Text und von
Friedrich Silcher vertonte Loreley - Lied:
"Ich weiß
nicht was soll es bedeuten, das ich so traurig bin,
Ein Märchen
aus uralten Zeiten, das kommt mir nicht aus dem Sinn."
Den gesamten
Text und mehr dazu finden Sie >>>hier
Das
Mittelrheintal ist seit dem 19. Jahrhundert Anziehungspunkt für
Touristen und heute Heimat von 170.000 Menschen. Die Landschaft weist
einen außergewöhnlichen Reichtum an kulturellen Zeugnissen auf. Seine
besondere Erscheinung verdankt das Mittelrheintal einerseits der
natürlichen Ausformung der Flusslandschaft, andererseits der Gestaltung
durch den Menschen. Seit zwei Jahrtausenden ist es einer der wichtigsten
Verkehrswege für den kulturellen Austausch zwischen der Mittelmeerregion
und dem Norden Europas. Im Herzen Europas gelegen, mal Grenze, mal
Brücke der Kulturen, spiegelt das Tal die Geschichte des Abendlandes
exemplarisch wider. Mit seinen hochrangigen Baudenkmälern, den
rebenbesetzten Hängen, seinen auf schmalen Uferleisten
zusammengedrängten Siedlungen und den auf Felsvorsprüngen aufgereihten
Höhenburgen gilt es als Inbegriff der Rheinromantik.
Die
geographische Bezeichnung Mittelrhein bezieht sich auf das enge
Durchbruchstal des Rheins durch das Rheinische Schiefergebirge zwischen
Bingen und Rüdesheim am Rhein im Süden und Bonn-Bad Godesberg und
Bonn-Oberkassel im Norden, also die klassische Rheinlandschaft. Das
Mittelrheintal verläuft fast auf ganzer Länge, bis Rolandswerth und
Rheinbreitbach auf dem Gebiet des Bundeslandes Rheinland-Pfalz, dann auf
dem von Nordrhein-Westfalen. Geographisch zählt zum Mittelrheintal auch
das rechte Rheinufer zwischen Rüdesheim und Lorch, das zu Hessen und zum
Weinanbaugebiet Rheingau gehört. Das Neuwieder Becken trennt den oberen
vom unteren Mittelrhein. Wichtige Verkehrsverbindung am Mittelrhein sind
die Eisenbahnstrecken links und rechts des Rheins, die Bundesstraßen B 9
und B42, sowie der Rhein selbst. Auf dem Namedyer Werth befindet sich
der Geysir Andernach, der mit 50-60 m Höhe höchste Kaltwassergeysir der
Welt ist. Eine Reaktivierung und touristische Nutzung des Geysirs
erfolgte am 7. Juli 2006.

Von den vielen Burgen entlang des
Mittelrheintals ist die Marksburg die einzig unzerstörte Burg. Das
Schloss Stolzenfels steht wie kein anderes Schloss als Synonym für die
Rheinromantik, die sich nicht nur auf die Rezeption vorhandener Bauten
beschränkte, sondern auch zu Restaurationen und Neubauten anregte.
In Koblenz war das Kurfürstliche Schloss
die letzte Residenz des Kurfürsten von Trier, bis französische
Revolutionstruppen den Kurstaat zerschlugen. Die mächtigste Festung in
Rheinland-Pfalz, die Festung Koblenz, wurde im 19. Jahrhundert von den
Preußen erbaut. Als Teil des Befestigungssystems thront bis heute die
Festung Ehrenbreitstein über dem Rheintal.
In den 1990ern wurde
die Burg im Deutschen Kulturdorf Ueno auf der japanischen Insel
Miyako-jima originalgetreu ohne Torhaus und Zwinger nachgebaut, nachdem
der ursprünglich geplante Verkauf, Abtransport und Neuaufbau auf
Miyako-jima vom Eigentümer der Burg abgelehnt wurde.
Quelle
Wikipedia |