Rheinburgenwanderweg

 

   

 

Die"Ziehly" war der Standort der "Betenden Felsennonne". Diesen Namen hatte man einem Felsen  gegeben, da er aus Sicht vom anderen Rheinufer die Skulptur einer betenden Nonne hatte. Viele Bürger und Besucher nutzen diesen Felsen über den Höhen des Rheins um Familien- und Erinnerungsfotos zu erstellen.

Ob bewusst oder unbewusst, sicher ist das dieser Felsen kurzfristig in den letzten Jahren des 2. Weltkrieges auf unerklärliche Weise von seinem Standort entfernt wurde. Mittlerweile jedoch lassen wieder aufgetauchte Fotos und Aussagen von Mitbürgern darauf schließen, dass es sich hier um ein erinnerungswürdiges Stück Geschichte handelt, dessen Vergangenheit nicht unvergessen bleiben sollte.

 

Auszug aus dem Weiler Heimatlied

Auf der Ziehley kniet die Nonne

viel hundert Jahr in stiller Ruh.

Schaut hinunter nach dem Rheine,

schickt ihr Gebet dem Himmel zu

Ach die Nonne ist verschwunden,

das hat der Feind uns angetan.

Bomben haben sie zerschmettert,

wir stehen am Felsen, schaun uns traurig an

Drunten klappert die Mühle,

wo Amsel, Fink und Drossel geigt.

Der Besitzer zog ins Dörfchen,

seitdem das Altvertraute Klappern schweigt.

Noch heute ist der Standort ein beliebtes Ausflugsziel. Man hat von hier einen herrlichen Blick auf das Rheintal.

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Die Sage der betenden Felsennonne von Weiler.

In alter Zeit stand oberhalb von Salzig (Bad Salzig), kurz vor den wenigen Häusern von Weiler, ein Kloster, in welchem junge und alte Nonnen in friedlicher Abgeschirmtheit ein gottesgefälliges Dasein führten.

Ruhe und Frieden im Gebet waren jedoch von dem Tag an gestört, als die Kunde von dem Herannahen der plündernden und brandschatzenden Söldnerscharen des 30-jährigen Krieges bis hinter die abgelegenen Klostermauern drang. Besonders die Schweden sollten kein Erbarmen kennen und selbst das Kreuzzeichen über Kirchen und Klöstern missachten. Da verwundert es nicht, dass die Unruhe tagtäglich zunahm. Koblenz befand sich bereits im Besitz dieser gottlosen Gesellen und brannte an vielen Ecken. Dann ward es eine Weile still im Land. Der Orden schöpfte Hoffnung.

Doch nach einigen Tagen brachte ein junger Flüchtling in früher abendlicher Stunde die Schreckensnachricht von Plünderungen, Zerstörungen und Schändungen im rheinabwärts liegenden Peterspay, deren Peterskapelle noch heute an jene schlimme Zeit gemahnt. "Auch Peternach und Orienbach brennen lichterloh. Alles Leben wurde von den Schweden ausgehaucht", stammelte ein entsetzte Jüngling.

Diese schlimme Nachrichten ließen die Nonnen der Weilerer Klosters erzittern. Die Äbtissin erkannte in der Ferne in Blickrichtung Boppard dunkel aufsteigende Rauchwolken und wusste in ihrer Not keinen anderen Ausweg als die gemeinsame Flucht, die sie für die kommende Nacht anordnete. In aller Eile wurden die wenigen Habseligkeiten gepackt. Nur mit strengen Worten konnte auch die jüngste Nonne, Angelika, die im frommen Gebet versunken in ihrer Zelle weilte, von der dringend gebotenen Eile überzeugt werden.

Mitten in den Fluchtvorbereitungen kam der Pächter des Herrengutes von Salzig in den Klosterhof gestürzt und schrie mit schreckensvoller Stimme: "Betet zu Gott, den Allmächtigen! Die Schweden sind da. Rette sich, wer kann!"

Doch dazu war es schon zu spät. Überall, hinter jedem Strauch und Baum, tauchte ein Söldnergesicht auf. Mit brennenden Fackeln und blutbesudelten Schwertern stürmte die wildgewordene Soldateska auf das Kloster zu und mordete, wen sie zu Gesicht bekam. Damit war für das Nonnenkloster zu Weiler der gnadenlose Untergang und die Vernichtung besiegelt.

Nur eine Einzige, die junge Angelika, schaffte es noch, durch eine geheime Pforte ins Freie zu gelangen. Sie lief so schnell, als ihre schwachen Füße sie nur tragen konnten. Entkam wenigstens sie, die unschuldige Jungfrau, der allgemeinen Vernichtung? Oh, nein! Einige Söldner hetzten wie besessen der jungen Flüchtenden nach. Von Entsetzten gepackt, raste sie über Wiesen und durch den nahen Weinberg, stets die herannahenden Häscher im Rücken spürend.

Doch dann öffnete sich plötzlich vor ihr der Abgrund: Sie hatte die Höhe des Felsens erreicht, dessen Fundament sich tief unten im Rheinstrom verlor. In höchster Not erhob sie die Hände zum Gebet und flehte zur Mutter Gottes: "Heilige Maria, erspare mir das Martyrium, lass mich schnell zu Stein erstarren!"

Als die Söldner nur wenige Augenblicke später das Felsplateau erreichten, konnten sie keine Spur mehr von der flüchtigen Nonne entdecken, obgleich sie jeden Strauch und jede Hecke durchsuchten, jeden Stein umdrehten und zuletzt gar mühsam zum Strom hinabstiegen.

Vom Rheinufer aus erkannten sie dann, zutiefst erschrocken, über ihren Köpfen die Züge der von ihnen Verfolgten in Fels gemeißelt. Die schwedischen Verfolger blickten sich entsetzt an, knieten nieder und bekreuzigten sich. Noch in der selben Nacht kehrten sie reuevoll in den Schoß der über eineinhalbtausendjährigen Kirche zurück.

Das Felsengebilde mit den Zügen eines im Gebet versunkenen Menschen erinnerte noch drei lange Jahrhunderte an das schreckliche Geschehen um das Nonnenkloster von Weiler. Im Volksmund erhielt es den Namen "die betende Nonne".

Erst als in der Endphase des 2. Weltkrieges feindliche Flieger ihre todbringende Last auch über Bad Salzig und Weiler abwarfen, fiel auch das bizarre Naturdenkmal einem aufgrund der eingetretenen Erschütterungen ausgelösten Bergrutsch zum Opfer.

So endet die Geschichte über die Betende Nonne. Nur sorgte das Abstürzen des Naturdenkmals bis dato für viele Vermutungen und Erfindungen innerhalb der Bevölkerung. Nach Jahrzehnten kommt nun Licht in die Sache und mutige Salziger haben ihre Missetat gestanden. Wohl in der Hoffnung heute von langjährigen Gefängnisstrafen verschont zu bleiben. Diese Zeitzeugen und Verursacher (Namen sind bekannt)  haben klare Aussagen zum Sturz des Steines ins Tal gemacht. Demnach haben sie als Jugendliche, versehentlich mit Absicht den gelockerten Stein angestoßen, der dann eigenständig den Weg talwärts angetreten hat. Man sollt nicht von Absicht sprechen, aber man freute sich damals als Salziger darüber den Weilerern einen ausgewischt zu haben. So ist auch bewiesen, das damalige Streitigkeiten zwischen Weiler und Bad Salzig nicht nur am "Dünschen" abgespielt haben, wo mittlerweile eine Schranke aufgestellt wurde.

Eine andere Version ist im Umlauf, die besagt das der Felsen nicht durch die Bombenabwürfe gelockert wurde, sondern ein Weinbergbesitzer hätte sich über den Zugang durch seinen Weinberg geärgert, da ihm immer die Trauben entwendet wurde. Aus diesem Grunde versuchte er mehrmals den Felsen zu sprengen, so das endlich das Aufsuchen der Betenden Nonne ein Ende finden würde.

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